P2P-Crowdlending-Plattformen – Investieren in P2P-Kredite

Was sind P2P-Crowdlending-Plattformen?

Seit der Banken- und Finanzkrise von 2008 mit der Pleite der Großbank Lehman Brothers (Artikel auf zeit.de https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/lehman-finanzkrise-henry-paulson-usa) zögern Banken weltweit Kredite hauptsächlich an Privatpersonen auszugeben. Selbstverständlich stehen auf der anderen Seite Privatpersonen, die z.B. mit einem Kredit sich eine Renovierung am Haus, ihren ersten gemeinsamen Urlaub mit dem Partner oder ein neues Auto finanzieren möchten. Aus unterschiedlichen Gründen erteilen die Banken ihnen dennoch keinen Kredit, obwohl die potenziellen Kreditnehmer ihren Kredit auch zurückzahlen können.

Not macht erfinderisch! Der Trend der P2P-Plattformen entstand in den USA, verbreitete sich aber eher in den baltischen Ländern u.a. in Estland, denn sie hatten enorm unter der Banken- und Finanzkrise zu leiden. Nicht die Banken stehen bei den P2P-Plattformen im Focus, sondern auf beiden Seiten Privatpersonen. Deswegen die Bezeichnung Peer-to-Peer, was übersetzt so viel bedeutet wie „Gleichgestellter zu Gleichgestellter“ bzw. „Ebenbürtiger zu Ebenbürtiger“. In diesem Fall kann jeder Kreditnehmer und Kreditgeber sein.

Der Kreditgeber investiert nicht den vollständigen Betrag eines einzelnen Kredits, sondern im Idealfall mit sehr geringen Anteilen in viele unterschiedliche Mikrokredite von möglichst unterschiedlichen Kreditnehmern. Und das ist auch schon der Trick. Sofern in viele, kleineren Investitionen investiert wird, so betreibt der Kreditgeber bzw. Investor gute Risikostreuung bzw. eine gute Diversifikation. Dann ist der Schmerz auch nicht allzu groß, wenn der kleinere Anteil ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können.

Je nachdem für welche P2P-Crowdlending-Plattform(en) Du Dich entscheiden solltest, jede Plattformen bieten unterschiedliche Konditionen und Eigenschaften an. Plattformen wie mintos bieten bei vielen Krediten eine Rückkaufgarantie an oder verlangen weiterhin vom Kreditnehmer Zinsen, damit für Dich die Rendite nicht künstlich geschmälert wird. Das Gute dabei ist, dass Du als Kreditgeber entscheiden kannst, in welche Kredite Du investieren möchtest. Eher in die risikoreicheren mit hoher Rendite,  die eher konservativen mit geringerer Verzinsung oder ein Mix aus allen Bereichen.

Alles geht ganz von allein – Auto-Invest-Funktionen

Das ist neben den teilweise hohen Rendite-Chancen ein weiterer großer Vorteil. Kümmere Dich nicht selbst um den Erwerb der Kredite, sondern lasse es die Auto-Invest-Funktionen für Dich vollbringen. Gebe einfach bei der Einrichtung dieser Funktionen die wichtigen Eckdaten für Deine zu erwerbenden Kredite u.a. maximale Beteiligung pro Kredit, Bereich der Verzinsung und Kreditlaufzeit  ein. Danach investiert die Auto-Invest-Funktion eigenständig in Kredite während Du arbeitest, schläfst, isst, feierst oder gemütlich im Urlaub in der Hängematte liegst. Die Auto-Invest-Funktion wird von vielen P2P-Crowdlending-Plattformen angeboten, heißen nur unterschiedlich z.B. Auto-Investor, Auto-Invest oder Portfolio.

Wie bin ich auf die Möglichkeit in P2P-Kredite zu investieren gestoßen?

Ähnlich wie die Jungfrau zum Kinde. Im Grunde fing es damit an, dass ich mit einige Informationen eingeholt habe, wie ich mein Wertpapier-Portfolio optimieren kann. Als moderne Informationsquelle greife ich oft auf diverse, dennoch authentische YouTube-Kanäle zurück. Eines Tages hat plötzlich der YouTube-Algorithmus mir Video-Vorschläge zum Thema P2P-Kredite angeboten und da fing die Neugier an und begann weiter im Internet nach Erfahrungsberichte und Anbietern zu recherchieren.

In der Anfangsphase habe ich geringe Beiträge auf unterschiedlichen Plattformen überwiesen. Den Fokus jedoch habe ich auf die beiden P2P-Crowdlending-Plattformen mintos und Bondora gelegt. Sie sind meiner Meinung nach am besten aufgestellt und schreiben laut Recherche gute Umsätze. Es ist keine Garantie, aber ein Indiz dafür, dass mintos und Bondora nicht als erste P2P-Crowdlending-Plattform das Schiff verlassen werden, falls denn der Markt einmal einbrechen sollte.

Mir selbst ist das Risiko dieser Online-Geldanlage bewusst und werde sicherlich nicht mein Gesamtvermögen auf diesen Plattformen transportieren. Ich sehe die P2P-Crowdlending-Plattformen als gute Rendite-Booster, deren Gewinne man zu einem späteren Zeitpunkt in sicheren Geldanlagen (z.B. in ETFs oder Festgeldkonto) übertragen kann. Aber denke daran, es ist auch etwa Zockerei. 😉

mintos, Bondora, auxmoney & Co.

Ich habe eine Auflistung von P2P-Crowdlendung-Plattformen mit den wichtigsten Eckdaten erstellt.


Rendite*Ort/Land
mintos12,17% (Durchschnitt)
Riga, Lettland
Bondora
9 % (Durchschnitt), Go & Grow 6,25% p.a. fest
Tallinn, Estland
Twinoab 11%
Lettland
auxmoney2,5-7% p.a. (abzgl. 1% Gebühr
Düsseldorf, Deutschland
Robocash12% p.a. (Durchschnitt)
Zagreb, Kroatien
Viainvest11% p.a. (Durchschnitt)

Riga, Lettand
NEO Finance
0,44-22,91% p.a.
Vilnius, Litauen
EstateGurobis 12,23% p.a.Tallinn, Estland

*angegebene Zinswerte auf der Internetseite der jeweiligen P2P-Crowdlending-Plattform (Stand: 12.07.2019)

Meine Plattform-Diversifikation

Meine Asset Allocation von P2P-Lending/Crowdinvesting-Plattformen
Meine Asset Allocation von P2P-Lending/Crowdinvesting-Plattformen

Dieses Diagramm stellt meine Diversifikation der P2P-Crowdlending– und Crowd-Investment-Plattformen dar. Die Anteile werden sich nach und nach hin und her verschieben. Zum Anfang eines Monats werde ich das Diagramm aktualisieren.

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